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Welches Kinderbuch hat Deine Persönlichkeit geprägt?

Diese Frage habe ich auf der Online-Seite Quora gelesen und fand die Antworten dort so toll, dass ich diese Frage gleich hier weitergeben möchte …

Aus den Antworten sah ich gleich mehrere Bücher, welche mich eher beeindruckt haben als das sie mich geprägt hätten. Doch wie auch immer, ich habe als ehemaliges DDR-Kind natürlich die in der Schule angebotene Literatur gelesen.

Darunter waren zum Beispiel Bootsmann auf der Scholle und die Reise nach Sundevitt von Benno Pludra oder Camillo von Ludwig Renn. Bei Letzterem ging es um einen Jungen der unbedingt Lesen und Schreiben lernen wollte, aber seine Familie war arm. Camillo konnte deshalb nicht zur Schule. Er hat dann heimlich beim Unterricht zugeschaut und sich tierisch gefreut als er einen Bleistift und ein Stück Papier zum Schreiben geschenkt bekam. Das alles geschah mit dem Hintergrund der kubanischen Revolution …; damals hatte mich diese Revolution noch nicht so interessiert, war ja Propaganda. Vielmehr fand ich den kleinen Helden mit seinem Ehrgeiz so beeindruckend. Astrid Lindgreens Bücher durften natürlich auch nicht fehlen. Doch auch Märchen haben mich stets begleitet, wie die Märchen aus 1001 Nacht,  die Buchreihe der Zauberer von Oz von Alexander Wolkow oder die lustigen Geschichten von Wladimir Sutejew, welcher mit der linken Hand zeichnete und mit rechts schrieb … Für die Abenteuer des Barons von Münchhausen habe ich mir extra das Lesen der Frakturschrift beigebracht, um dieses Buch heimlich unter der Bettdecke zu lesen. Dann interessierte mich auch die Schreibschrift Sütterlin dazu …

In meiner Jugendzeit las ich die ganze Reihe der Söhne der großen Bärin von Liselotte Welskopf-Henrich. In dieser Reihe ging es um die Dakota-Indianer. Deren Leben, die  Schlacht am Little Big Horn und was danach geschah. Ich erlebte in dieser Zeit förmlich alles leibhaftig mit, da alle Geschichten so plastisch dargestellt wurden. Mein damaliger Berufswunsch war dementsprechend auch Indianist zu werden. Ja, diesen Beruf gibt’s wirklich! Ich versuchte mir die Sprache der Dakota beizubringen (ein paar Vokabel gab’s dort in den Büchern), bastelte Indianerfiguren und lief mit strähnigen in Mitte gescheitelten Haaren rum. Es sah einfach schrecklich aus, aber ich war meinen damaligen Lieblingsmenschen geistig nahe. Später erfuhr ich: Von 1963 bis 1974 unternahm Welskopf-Henrich Reisen in die USA und nach Kanada, um das Leben und die Traditionen der DakotaIndianer zu studieren. Für ihre Verdienste um ein menschliches Bild der nordamerikanischen Indianer wurde Welskopf-Henrich von ihnen mit dem Titel einer „Lakota-Tashina“ (= Schutzdecke der Lakota) geehrt. (aus Wikipedia).

Da komme ich so beim Schreiben, entgegen meiner Anfangsbehauptung, zur Überlegung, diese Buchreihe hat mich doch wohl sehr geprägt. Ich stelle jetzt Verbindungen her, zu meiner Zeit als 2014-2016 so viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Hier engagierte ich mich intensiv in der Flüchtlingshilfe. Erst ehrenamtlich beim Aufbau einer Begegnungsstätte in unserer Suhler Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) auf dem Friedberg. Ich war so schockiert, über die gravierenden Umstände dort. Einerseits die tolle neue Umzäunung des Geländes (schon fast erinnernd an damalige KZ-Lager), andererseits keine Regale in den Gebäuden, für die Ausgabe von gespendeter Kleidung an die Geflüchteten. Alles lag auf dem Fußboden der Ausgaberäume ungeordnet herum. Später fand ich die Möglichkeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes 1 ½  Jahre, in der inzwischen gut laufenden Begegnungsstätte für Flüchtlinge, zu arbeiten. Ich betreute dort die Kinder mit Spielen, während die Eltern bei Kaffee oder Tee etwas ausspannen konnten. Die Räume platzten aus allen Nähten, aber es war eine schöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ja, ich glaube die Buchreihe von Frau Welskopf-Henrich hat mich schon sehr geprägt.

Nun, jetzt erkenne ich, dass ich sehr oft Bücher gelesen habe, in denen es auch ums Lesen und Schreiben ging, daher wohl auch die Liebe zum geschriebenen Wort. Naja, ich komme wieder ins Schwärmen, wenn ich so an meine geliebten Bücher denke …

Doch nun genug der vielen Worte. Jetzt seid ihr einmal dran von euren tollen Erlebnissen mit euren Lieblings- oder „Prägebüchern“ zu schreiben. Traut euch! Es macht irre Spaß sich zu erinnern. 😉

Die gleiche Frage werde ich auch in den Club für Märchenbuchversteher posten, den jeder gerne einmal besuchen kann auf meiner FB-Seite.

Euer Heldenkind25

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