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˜Adventskalender – No.3™

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Magische Wörter: Berg, Kerze, Nagel, Seife, Katze

Vor langer, langer Zeit, als die Bergleute die Kohle noch mit Spitzhacke und Schaufel zu Tage befördern mussten, gab es so manche Familien, die ihren Unterhalt allesamt mit dem Kohlebergbau verdienten. So arbeite der Vater unter Tage mit der Hacke, um das Gestein zu lockern und den Kohleflötz abzubauen, die Kinder mussten unter Tage, um die Steine und die Kohle in die Loren zu legen und die schweren Wagen aus dem Berg zu schieben und die Mütter waren für die Versorgung der Bergarbeiter zuständig.

So eine Bergarbeiterfamilie lebte einmal in einem kleinem Dorf, welches eine gemeinsame Kohlemine erschlossen hatte. Fast das ganze Dorf war mit dem Bergbau beschäftigt. Es war eine reiche Gemeinde, denn der Bergbau war zu dieser Zeit ein erschwingliches Geschäft.

Eines Tages fand ein 10jähriger Bub einen fausgroßen Klumpen Gold zwischen dem feuchten Gestein und brachte ihn mit nach Hause.

„Ach, was bist du für ein gescheiter Junge“, freute sich die Mutter und wischte sich ein kleine Träne des Stolzes aus dem Augenwinkel.

„Ja, Bub, aus dir wird sicher einmal ein großer Steiger!“, fabulierte der Vater. Die Geschwister standen mit staunend offenen Mund um den Tisch herum und freuen sich schon auf das gute Festmahl, was es sicher bald geben wird, nach diesem glänzenden Fund.

Es  dauerte nicht lange und der Fund des Jungen sprach sich im ganzen Dorf herum. Alle Leute wollten wissen, wo er diesen Schatz in der Mine gefunden hatte, doch der Vater verbat dem Jungen irgendetwas über den Fundort auszuplaudern.

Als es Abend wurde machte der Vater die Kerze in seiner Grubenlampe an, nahm seine Jacke vom Nagel und ging zu dem von seinem Sohn beschriebenen Ort, um dort weiter nach dem Gold zu suchen. Er stieg tiefer und tiefer in den Berg hinein und das Atmen fiel dem Vater schon schwer, wegen der feuchten Luft.  Der Stollen hatte viele Abzweige, doch der Vater fand den Weg unbeirrt, denn sein Sohn hatte den Weg mit Seifenkreuzen auf den Stützbalken gekennzeichnet. So hatte er kein Problem den Ort zu finden, wo das Gold liegen sollte. Schon von weitem sah er den Widerschein seiner Lampe funkeln und glitzern. Da freute der Vater sich so sehr, dass er nicht mehr auf den Weg achtete. Er stolperte über einen kleinen Vorsprung und stürzte, so dass das Glas der Lampe zerbrach und die Kerze erlosch. Nun stand der Vater völlig im Dunkeln und wusste nicht, wie er wieder herausfinden sollte. Er tastete sich an der feuchten Wand entlang und versuchte den Weg zu finden, doch er verirrte sich immer mehr. Dem Vater wurde schon ganz schlecht, bei dem Gedanken, seine Lieben niemals mehr wieder sehen zu können, denn er war sicher schon einige Stunden unterwegs.

Doch plötzlich erblickte er ein bläulich schimmerndes Licht über seinem Kopf, welches sich langsam in eine bestimmte Richtung schob. Da es der Vater nicht anders wusste folge er dem Licht. Es vergingen wieder viele Stunden und sicher war der Tag schon angebrochen, da tat sich vor ihm ein großes Gewölbe auf und an den Wänden glitzerte und funkelte es nur so, dass er sich die Augen reiben musste. In der Mitte des Gewölbes war ein großer See. Doch es roch in diesem Raum fürchterlich nach Schwefel,  so dass der Vater glaubte in der Hölle gelandet zu sein. Er fiel auf die Knie und betete inbrünstig ein „Vater unser“. Doch die vermeintliche Sinnestäuschung ging nicht weg.

Der Vater nahm seine letzte ganze Kraft zusammen und ging nun gegen die Strömung des Lichts. Er merkte, dass ihm nun auch das Atmen leichter fiel und konnte seinen Schritt beschleunigen. Irgendwann hörte er von weitem Stimmen und er rief nach ihnen. So saß er alsbald völlig entkräftet wieder im Kreise seiner Familie und erzählte von der Begebenheit im Berg und dass ihm das Gold völlig zum Narren gemacht hatte.

Der Pfarrer des Dorfes jedoch betrachtete sich das Gold des Jungen genauer und bemerkte alsbald, dass es sich nicht wie Gold, so wie es ihm bekannt war, verhielt. Es zog keinen Goldstrich, wenn man es über den grauen Schiefer zog, sonder hinterließ einen schwarzen Strich. Und es war bei weitem nicht so weich, wie das ihm bekannte Edelmetall, aber die Späne, welche der Pfarrer mit dem Messer abtrug schlugen Funken. „Was für ein Teufelszeug ist den das? Dieses Gold hält alle zum Narren!“

So verbreitete sich, fast so schnell wie die Funken des „Goldes“, die Geschichte vom Narrengold, welches wir auch unter dem Namen „Katzengold“ kennen, im Dorf.

˜ Ende ™

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