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Adventskalender – No.7

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Magische Wörter: Türkis, Auge, Aura, Kuppel, Kind

In einem fernem Land, weit, weit weg von hier lebten einmal ein Tiger und eine Hauskatze in friedlicher Eintracht miteinander. Der Tiger liebte seine Katze, nicht nur, weil sie so wunderschöne türkisfarbene Augen hatte, sondern auch weil sie immer zu ihrem Tiger hielt und ihn in allem Dingen unterstützte, wo sie nur konnte.

Eines Tages, der Tiger war gerade auf Jagd, ging die Katze im Dschungel spazieren, da begegnete sie einem verletzen Kind. Sie sprach zu ihm: „Kind du kannst nicht hier bleiben, der Tiger kommt bald nach Hause und wenn er dich hier findet frisst er dich!“

Das Kind fing an zu weinen: „Ich habe noch mein ganzes Leben vor mir, kannst du mich nicht vor dem Tiger beschützen? Meine Eltern werden es dir danken.“

Der Katze tat das Kind sehr leid, aber sie wusste nicht, wie sie den Tiger davon abhalten konnte das Kind zu fressen. Aufgeregt lief sie hin und her und her und hin, doch es kam ihr kein guter Gedanke. Auf ihrem Weg, so hin und her, lief sie immer an einem knorrigen Busch vorbei, der so stark nach Weihrauch roch, dass der Katze ganz schwindlig wurde. Da kam ihr ein Gedanke. Trotzdem die Pflanze kaum Blätter hatte und relativ alleine auf felsigem Grund stand, wäre sie ein gutes Versteck für das Kind, da der Geruch so intensiv war, dass er Menschengeruch so gut wie überdeckt wurde.

Über all an dem Busch hingen kleine goldene Harzkristalle, die den aromatischen Duft ihres ätherisches Öls verströmten.

Die Katze wies das Kind an, sich unter den Busch zu kauern und leise zu sein und wartete auf den Tiger. Der ließ auch nicht lange auf sich warten. „Ach meine liebste Katze, heut lief ich weit ins Land hinein und fand nicht eine Beute. Wir werden heute wohl hungern müssen. Doch mir war, als ich herlief, als hätte ich einen mir bekannten Geruch in die Nase bekommen.“

„Warte, Tiger, der Geruch kommt sicher von den Menschen, die vorhin hier waren. Doch jetzt sind sie wieder in ihr Dorf gegangen. Es ist keiner mehr da“, schwindelt die Katze schlecht.

„Dort drüben wackelt der Busch aber sehr verdächtig? Es sieht fast so aus, als würde er zittern, womöglich ist dort eine Beute für uns. Warte, ich werde sie für uns erlegen.“

„Halt, Tiger! Es ist nur ein kleines Kind. Verschone es, es hat doch noch sein ganzes Leben vor sich und  seine Eltern werden’s dir danken, wenn du ihr Kind verschonst“, fleht die Katze.

Doch der Tiger sprang mit einem Satz zum Busch und wollte gerade das Menschlein verschlingen. Da sah er das kleine Häuflein Elend, welches sich wimmernd im Staub zu verstecken suchte. „Da ist ja gar nichts dran, an diesem Mensch, der reicht ja nicht einmal für den hohlen Zahn“, versuchte der Tiger sein Mitleid für das Kind zu verbergen. „Aber ich kann ja mal ein Stück kosten“, und leckt mit seiner rauen Zunge über den Arm des Kindes. „Pah, und schmecken tut es auch nicht, wir sollten es dorthin bringen, wo es hingehört!“ Der Tiger schnappt sich das Kind und warf es so hoch, dass das Kind nun eher Angst bekam, sich alle Knochen zu brechen, als gefressen zu werden, aber es landete wohlbehalten auf dem Rücken  des Tigers.

„Wir müssen in das Dorf der Menschen“, sprach der Tiger. „Das kann sehr gefährlich werden, willst du dennoch mitkommen?“ Die Katze war sehr stolz auf ihren mutigen Tiger, hatte aber auch ein wenig Angst um ihn, denn die Dorfbewohner waren auf den Tiger nicht gut zu sprechen. Also willigte sie ein und sie gingen zusammen mit dem Menschenkind, auf dem Rücken des Tigers, zum Dorf.

Als die drei am Dorfrand waren, erblickten sie eine hohe Kuppel. „Was ist denn das?“, wunderten sich die Katze und der Tiger. Das Kind sprang ganz aufgeregt auf dem Rücken des Tigers herum. „Wir sind zu Hause, dort unten ist die Kuppel der Götter! Dort müssen wir hindurch.“

„Das kannst du mal ganz schnell vergessen“, meinte der Tiger, „ich lass dich hier runter und gehe keinen Schritt weiter ins Dorf hinein.“

„Doch du musst! Wenn du durch die Kuppel gehst, wirst du von einem unserer Götter gesegnet und die Dorfleute werden es dir danken, dass du mich zurückgebracht hast“, fleht der Jungen den Tiger an.

„Ich werde als Fell an einem der Wände in deinem Haus enden, da geh ich nicht durch.“ Auch der Katze war diese Kuppel nicht ganz geheuer und wollte gerade mit dem Tiger den Rückweg antreten, da ertönte plötzlich ein greller Pfeifton.

Tiger und Katze waren umringt von den Bewohnern des Dorfes. Durch die kleine Unstimmigkeit mit dem Kind hatten Tiger und Katze die herannahende Gefahr nicht bemerkt. Langsam wurden beide zur Kuppel gedrängt. Da das Kind noch auf dem Rücken  des Tigers saß, trauten die Menschen sich nicht, den Tiger anzugreifen und umgekehrt traute sich der Tiger nicht die Menschen anzugreifen, weil er noch das Kind auf dem Rücken sitzen hatte. Es war eine Pattsituation.

„Katze du musst nicht mit mir untergehen, lauf in den Dschungel und bring dich in Sicherheit“, flüsterte der Tiger der Katze zu“.

„Nein, nein, mit gegangen, mit gefangen, ich bleib bei dir!“, flüstert tapfer die Katze zurück.

Als die beiden schon fast bei der Kuppel waren,  ließ sich das Kind vom Rücken des Tigers fallen und krabbelte in die Kuppel hinein. „Kommt mir nach!“, rief es. Dem Tiger und der Katze blieb nichts anderes übrig, als der Aufforderung des Kindes zu folgen und sie liefen unter die Kuppel.

Kaum waren die beiden darunter verschwunden, blitzte und donnerte es gewaltig und um die Kuppel erglühte eine türkisfarbene Aura und die Menschen drum herum fielen ehrfürchtig zu Boden.

Aus der Kuppel heraus trat nun, wo vorher das Kind hineingekrabbelt war, ein alter ehrwürdiger Weiser heraus. Zu seinen Seiten der Tiger und die Katze mit den türkisen Augen. Um beide schimmerte die türkisfarbene Aura der Kuppel.

Der Ehrwürdige sprach: „Ich danke dir, Tiger, dass du mich beschützt hast, als ich ein wehrloses Kind war und  ich danke dir Katze, dass du den Tiger nicht verraten hast und ihm  immer in Liebe zu Seite standest. Die Götter haben euch erwählt, künftig als Schutz- und Krafttiere auf Erden  zu wandeln. Es wird euch von heute an, an nichts mangeln. Jeder Mensch, der euch begegnet, wird gesegnet sein mit der Kraft der Liebe und beschützt sein. Nun zieht durchs Land und bringt den Menschen Freude.“

Der Tiger und die Katze lebten noch lange nach diesem Ereignis im Dschungel zusammen. Gelegentlich begegnete ihnen ein Mensch, welcher von der Kraft der beiden Schutztiere gesegnet wurde. Selbst als sie irgendwann starben, sah man sie als Kraft- und Schutzgeister im Dschungel oder auch in den Dörfern des Landes den Menschen Freude bringen …

˜ Ende ™

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