Allgemein

Kalenderblatt – No.13

˜ Adventskalender ™

NR.13

Magische Wörter: Kleeblatt, Hufeisen, Schornsteinfeger, Marienkäfer

Es war einmal ein kleiner, dicker Marienkäfer, der wollte immer so schlank und rank sein wie ein Grashüpfer. Alle seine Freunde wunderten sich über diesen seltsamen Wunsch, denn sie kannten den Marienkäfer, so wie er immer war: klein und rund. Trotzdem sich der Marienkäfer in seiner Gestalt nicht so wohlfühlte, war er ein lustiger Geselle. Jeder mochte ihn deswegen besonders gerne. Seine lustige Art steckte jedermann an. Sogar die griesgrämige Frau Hummel wusste der kleine Marienkäfer zu erheitern, sodass auch sie den Marienkäfer in ihr Herz geschlossen hatte. Schlichtweg, jeder mochte den kleinen, dicken Marienkäfer allerorts gerade wegen seiner lustigen Art. Er braucht sich also keine Gedanken um seine Figur zu machen.

Doch wie gesagt, das machte ihm großen Kummer. Er probierte dieses Pülverchen und jenes Pülverchen, doch nichts half seinem Wunsch näherzukommen. Ja, er begann sogar damit, Sport zu machen. Jeden Tag rannte er mit den Ameisen  um die Wette, stemmte mit ihnen fast das 20fache seines Gewichts – die Ameisen stemmten natürlich das 40fache, da sie ja Profis waren – aber er strengte sich sehr an. Es half nichts, nein er hatte sogar das Gefühl, er würde jetzt noch mehr auf die Waage bringen.

Seine Freunde wollten natürlich, dass der Marienkäfer glücklich wurde und unterstützten ihn, wo es nur ging. Die Spinnen sagten: Ess mehr Blattläuse, die machten eine schlanke Figur, weil sie ein stark zuckerhaltiges Exkrement, Honigtau, in sich tragen. Die Bienen sagten: Ess was von dem guten Pollen der Lotosblüte, er hat die beste elektrostatische Ladung und macht eine schlanke Figur. Die Ameisen sagten: Ess von den Kleeblättern, sie können dir mit ihrer besonderen östrogenen Wirkung helfen. Doch alles half nicht und der Käfer schämte sich für seine Gestalt so sehr, dass er seine Wiese verlassen wollte. Da machte der kleine, dicke Marienkäfer sich auf den Weg ins nächste Dorf.

Um den ganzen Weg nicht fliegen oder laufen zu müssen, setzte er sich auf die Hutkrempe eines Schornsteinfegers, der gerade mit seinem Pferdegespann über die Wiese fuhr. Der Schornsteinfeger wollte gerade zum Hufschmied, um sein Pferd neu beschlagen zu lassen. Dort angekommen sprang er gleich vom Kutschbock und schirrte sein Pferd ab.

„Schornsteinfegerlein, bring mir das Glück herein“, wurde dieser sogleich vom Schmied begrüßt.

„Na und du bist doch des Glückes Schmied“, erwiderte der Schornsteinfeger. „Es sind schon wieder 10 Wochen vergangen. Ich brauch für mein Pferd neue Hufeisen. Wie schaut’s, Meister, wann kann ich mein Pferd wieder abholen?“

„Das kommt darauf an, ich kann sofort anfangen, wenn du mit meiner Esse fertig bist“, erwiderte der Schmied. „Derweil kann ich ja nach deinem Pferd schauen und schon mal die Hufe vorbereiten und ausschneiden.“

„Na das ist ja fein, dann kann’s ja in einer halben Stunde losgehen“, ist der Schornsteinfeger erfreut.

Er stieg sofort aufs Dach und untersuchte den Schlot des Hufschmiedes und begann mit seiner Arbeit. Als der Schornsteinfeger fertig war, stieg er vom Dach und bat den Schmied um etwas zu trinken. Selbst in der luftigen Höhe kommt man bei der Arbeit ins Schwitzen.

Der Schornsteinfeger nahm seinen Hut ab, um sich den Schweiß abzuwischen, da purzelte doch plötzlich der kleine, dicke Marienkäfer auf den Rand des Schmiedeofens. Fast wäre er in die neu angefachte Glut gefallen, wäre er nicht an einem engmaschigen Gitter mit seiner kugeligen Gestalt hängen geblieben.

„Ein Marienkäfer!“, rief der Schmied erfreut. „Da hab ich ja heute doppelt Glück. Und schau einmal, das ist ein besonders schönes Exemplar. Genau richtig, klein aber schön rund, so muss ein ordentlicher Marienkäfer aussehen. Und die sieben Glückspunkte kann man auch genau sehen. Wirklich, ein schönes Exemplar.“

„Behalt ihn, er soll dir weiter Glück bringen“, sprach der Schornsteinfeger und trank seinen Becher leer. „Ich geh derweil, bis du fertig bis, ins Dorf. Muss noch was besorgen, für meine Frau, sie hat heute unser 7. Kind geboren.“

Der kleine, dicke Käfer aber, hatte alles mitgehört und war noch ganz erschrocken von seinem fast unglücklichen Ende. Nur seiner runden Gestalt hatte er es zu verdanken, dass er noch am Leben war. Puh, dachte der kleine, dicke Marienkäfer, das ist ja noch mal gut gegangen. Wäre ich rank und schlank gewesen, wäre ich jetzt tot. Der Marienkäfer fühlte sich außerdem sehr geschmeichelt, als der Schmied ihn so wertschätzte. Es ist anscheinend gar nicht so schlimm, wenn ich klein und dick bin, ich werde auch so geschätzt und bringe jedem etwas Gutes mit, dacht’s und breitete seine kleinen Flügel aus, schwirrte dem Schmied noch zweimal um die Nase und verschwand zurück zu seinen Freunden auf der Wiese, welche ihn mochten, so wie er war …

˜ Ende ™

Adventskalender – No.13
Morgen mit den magischen Wörtern:

Geister, Engel, Pech, Schwefel, Eis

Willst du deine eigene Geschichte lesen?
Schreib mir deine magischen Wörter auf info-kinderbuchverlag@web.de

HOCH

Kommentar verfassen