Feuerwerk
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Kalenderblatt – No.18

Adventskalender

Magische Wörter: Gold, Feier, Feuerwerk, Geschenke, Dank

In einem fernen Land, weit weg von hier, lebte einmal ein Kaufmann, der hatte zwei Söhne. Der eine hieß Jacob und der andere Jesse. Als es nun Zeit war für den Kaufmann seine Geschäfte weiterzugeben, konnte er sich nicht entscheiden, welchem Sohn er das Geschäft überlassen sollte, denn er hatte ja beide von Herzen lieb.

So rief er die Söhne zu sich und sprach: „Es ist die Zeit gekommen, dass ihr in die Welt reisen müsst, um euch zu Beweisen. Ich bin schon sehr alt und einer von euch beiden wird mein Geschäft erben. Doch jeder von euch soll vorher ein Handwerk erlernen, damit ihr euer täglich Brot achtet. Wer dann von euch beiden das beste Geschenk aus seinem Handwerk mitbringt, soll mein Nachfolger sein.“

Der Kaufmann entließ seine Söhne und sie zogen ins Land.  Auch die Brüder waren sich gut und liefen gemeinsam den Weg in die Richtung der nächsten Stadt. Der Weg war sehr staubig und trocken, sodass die beiden bald durstig wurden und eine Rast einlegten.

Jesse, der ältere der Brüder, deutete auf einen Baum, welcher mittig einer Weggabelung stand. „Schau, Jacob, legen wir uns unter den Baum und ruhen uns aus, da ist es schön schattig. Vielleicht kommt auch jemand vorbei, den wir fragen können, welches der rechte Weg zur nächsten Stadt ist.“

Nachdem jeder einen großen Schluck aus dem Wassersack genommen hatte, legten sie sich gemütlich unter den Baum und schauten zu den Wolken. „Guck, mal, Jesse, die eine Wolke sieht aus, wie ein großer Apfel. Grad wie die Äpfel an diesem Baum hier.“

„Was erzählst du, hier hängen doch lauter Feigen! Kannst du einen Apfel nicht von einer Feige unterscheiden, Dummerjan?“

„Klar kann ich das! Und du bist ein Dummerjan, schau doch, da hängen Äpfel. Du musst dir vielleicht mal die Augen richtig mit Seife auswaschen.“ Jacob drehte sich beleidigt um.

„Wenn du meinst“, sagte Jesse versöhnlich. „Also ich sehe hier nur Feigen, schau doch mal!“

Da sprang Jacob auf, riss einen Apfel vom Baum und hielt ihn Jesse unter die Nase. „Sieht das etwa wie eine Feige aus?“

„Nein, aber das!“ und Jacob rupfte eine Feige vom Baum, dass er nur so erbebte und zwei Äpfel auf den Boden purzelten.

Beide schauten erst verwundert auf die Früchte, dann sich an und dann an dem Baum hoch. Tatsächlich trug der Baum zweierlei Früchte. Die eine Seite war voller saftiger Feigen und die andere Seite voller praller roter Äpfel.

„Das muss ein Hinweis sein!“, meinte Jacob.

„Denke ich auch“, pflichtete ihm Jesse bei. „Weißt du was? Jeder geht am besten den Weg lang, auf der jeweils „seine“ Frucht hängt. Was hältst du davon?“

Jacob, denkt nach. Eigentlich wollte er ja lieber mit seinem Bruder gehen, doch wenn beide den gleichen Beruf lernen bringt ja jeder das gleiche Geschenk für den Vater mit.

Also werden die Brüder sich einig, umarmen und verabschieden sich herzlich voneinander, nicht ohne sich gegenseitig zu versprechen sich in drei Jahren wieder an diesem Baum zu treffen und jeder zog seiner Wege. Jesse den linken Weg und Jacob den rechten Weg.

Wie es das Schicksal so wollte, kamen auch beide in jeweils eine Stadt. Jesse fand eine Lehre bei einem Winzer, der zusätzlich zu seinem leckeren Wein, aus purer Freude den herrlichsten Feigenschnaps brannte, weit und breit.

Jacob aber fand eine Lehre bei einem Bäcker, der neben seinem leckeren Brot, aus purer Freude den herrlichsten Apfelkuchen backte, weit und breit.

Nach drei Jahren trafen sich die Brüder wieder an dem Apfel-Feigen-Baum.

„Jacob, wie ist es dir ergangen die letzten drei Jahre. Ich freu mich so, dich wiederzusehen. Und sehe ich da etwa ein Bäuchlein?“

„Das ist kein Bäuchlein, das ist mein Brotkorb, den mir mein Meister zum Dank geschenkt hat. Schau mal, der sieht doch prächtig aus“ und zog unter seinem Hemd einen Korb hervor.

„Ach Jacob, da hast du dich aber übers Ohr hauen lassen. Ich habe einen großen Krug mit Wein zum Dank bekommen. Was willst du mit einem leeren Korb? Vater wird sehr enttäuscht sein.“

„Täusch du dich mal nicht, denn das ist kein gewöhnlicher Korb“, sprach Jacob ganz verschwörerisch.

„Pass auf!“ Jacob stellte den Korb auf die Erde und klatschte in die Hände. „Körbchen höre mein Gebot, ich wünsch mir Kuchen und auch Brot!“ Kaum hatte er das gesagt, drehte sich der Korb um die eigene Achse, so schnell, dass einem schwindlig wurde vom Zusehen. Als der Korb wieder stand, war er mit Apfelkuchen und Brot gefüllt, dass es für zwei Wochen reichte.

Jesse blieb vor Staunen der Mund offen stehen. „Wow, das ist ja mal ein Brotkorb. Alle Achtung!“, meinte er anerkennend, als er sich wieder gefangen hatte. „Aber mein Krug ist auch nicht ohne. Schau!“ und er goss den schönen Wein aus. Dann stellte er den Krug auf die Erde, klatschte in die Hände und rief: „Krüglein, Krüglein, so soll es sein, füll dich auf, mit leckerem Wein!“ Da drehte der Krug sich so geschwind um die eigene Achse, dass es einem schwindelig wurde, wenn man zusah. Als der Krug zum Stehen kam, war er wieder gefüllt mit leckerem Wein.

„… und das Beste ist, wenn ich einen anderen Spruch sage, ist mein Krug voll mit Feigenschnaps“, freut Jesse sich.

„Ja, Jesse, ich glaube, wir haben beide ganz tolle Geschenke für unseren Vater. Die kann man gar nicht mit Gold aufwiegen und wenn wir heimkommen, richten wir eine große Feier mit Feuerwerk und allem drum und dran aus, dass die Stadt noch Jahre später davon spricht.“

Arm in Arm gingen die Brüder nach Hause und veranstalteten, wie sie es sich schon vorgestellt hatten, ein großes Fest. Mensch und Tier wurden dabei satt und das Feuerwerk leuchtete bis in die anderen Städte hinein. Noch heute erzählt man, sogar in den anderen Städten, von dem großen Fest.

Der Vater aber konnte sich immer noch nicht entscheiden. Er gab sein Geschäft beiden Brüdern und er tat gut daran. Die Brüder führten das Geschäft bis an ihr Lebensende in Frieden und Eintracht.

˜ Ende ™

Adventskalender – No.19
Morgen mit den magischen Wörtern:

Meer, Qualle, Hai, Delfin, Orka, Kalmar, Wal

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