Katze vor dem Mauseloch
Allgemein

Kalenderblatt – No.23

Adventskalender 2019

Magische Wörter: Kannibale, Walöl, Bürste, Kleid, Kette

„Autsch!“, sagte die kleine Gerda, „das ziept!“

Mutter Maus legte die Bürste zur Seite. „Also, so zerstrubbelt gehst du mir nicht aus dem Haus Fräulein! Lass mich wenigstens noch die vier abstehenden Haare hinter den Ohren glatt bürsten.“

„Ach, Mama.“

„Weißt du, da gehen wir einmal im Jahr bei Großmutter Eule zu Besuch und du stellst dich so an. Wir wollen doch festlich aussehen. Guck doch deine Brüder an, die sind schon fertig“

„Na die haben es auch einfacher. Die brauchen nur einmal kurz durch die Striegelkammer von Esel Ewald stromern und schon sehen sie aus wie geleckt. Bei mir muss ja jedes Haar einzeln gerade gelegt werden. Ich will auch durch die Striegelkammer!“ Gerda ist bockig. Die anderen haben es immer besser.

Die Mutter Maus kennt das Gezeter ihrer Tochter schon. Doch sie war nun mal auf Hilfe angewiesen, seit sie durch einen Mähroboter einen Arm und ein Beinchen verloren hatte. Das war damals eine schlimme Zeit. Doch nun ist es überstanden und die kleine Gerda will ihren Brüdern, in nichts nachstehen. Selbst die schwierigsten Unternehmungen machte sie jetzt wieder mit ihren Brüdern mit, so gut hatte sie sich inzwischen an ihr neues Leben angepasst. Nur mit der Fellpflege klappte es noch nicht so richtig.

Dieser blöde Mähroboter. „Der Kannibale“, wird er in der Gegend genannt. So viele Kleintiere mussten schon unter ihm leiden oder sind durch ihn zu Tode gekommen. Gerda hatte da noch Glück gehabt. Wären ihre Brüder nicht gewesen, hätte sie der „Kannibale“ ganz gefressen.

Den Morgen hatten sie in der Apotheke ein paar Ampullen Walöl stibitzen wollen, doch das ging ja nun reichlich schief. Kaum, dass sie aus dem geheimen Zugang zur Apotheke herauskamen, saß schon Lorenz, der dicke Kater der Apothekerin, auf Lauer. Sie und ihre Brüder flitzten, was das Zeug hielt. Der Kater immer hinterher. Dabei hatten sie drei von den Ampullen verloren.

Zwar hatten sie sich gerade noch in der rettenden Mausehöhle verstecken können, doch Gerda wollte unbedingt noch die drei Ampullen heimholen. Sie hörten, wie die Apothekerin den Kater ins Haus rief, doch sie wussten nicht, dass jetzt der „Kannibale“ sein Werk tun sollte. Gerda und ihre Brüder schauten, ob die Luft rein war und steckten ihre kleinen Mäusenasen zum Mauseloch heraus.

„Alles klar, ihr wartet hier, bin gleich wieder da!“ und schwuppdiwupp war Gerda losgeflitzt. Sie flitzte so von Bäumchen zu Bäumchen, falls ja doch Lorenz noch einmal rauskommen würde. Und gerade als Gerda am vierten Bäumchen war, stürzte der „Kannibale“ sich auf das Mäuschen und ritsch ratsch Kleid zerfetzt und Beinchen ab. Der „Kannibale“ fuhr unbeeindruckt weiter und den Brüdern blieb fast das Herz stehen, als sie das sahen. Nicht einmal warnen hätten sie Gerda können, so schnell war das bösartige Rasen und Tiere fressende Gefährt herangefahren.

Das Schlimmste befürchtend liefen die Brüder zu Mauseschwester und sahen, dass sie noch am Leben war, ihr aber ein Arm und ein Beinchen fehlten. Der „Kannibale“ hatte sie zum Glück nur gestreift, wenn man das als Glück bezeichnen kann. Doch da kam der Mähroboter schon wieder angefahren. Fast hätte es noch einen der Brüder erwischt. Todesmutig sprangen drei der Brüder auf den „Kannibalen“ und schlugen auf das Monster ein. Die anderen brachten Gerda in Sicherheit.

Nun saßen die drei Mäuserichs auf dem Roboter, der sich natürlich durch nichts beeindrucken ließ. Da bemerkten sie ein loses Blech auf dem Rücken des Monsters und krabbelten rein. Das sah schon seltsam aus hier. Lauter Drähte, Schläuche, Zahnräder, Wellen und Scheren. Das einzige, was sich nicht bewegte im Inneren waren die Drähte und Schläuche. Über die machten sich die Brüder her und knabberten und nagten, was das Zeug hielt.

Da bäumte sich der „Kannibale“ ein letztes Mal auf und blieb ruckartig stehen, sodass die Mäuschen herunter purzelten. Einer der Brüder direkt vor eine der scharfen Klingen. „Puh, gut, dass das Monster steht“, meinten die drei erleichtert.

Auf dem Rückmarsch sammelten sie noch die restlichen Ampullen ein und hörten noch von weiten das Gezeter der Apothekerin. „Ach, herrje, dieser neumodische Kram hält heut zutage gar nichts mehr aus. Neu gekauft und gleich kaputt. Da lob ich mir doch meinen alten Mäher, der ist zwar ohne Strom, aber der hält wenigstens. Robert, wir müssen morgen den Mähroboter zurückbringen, der ist jetzt schon kaputt.“

Gerda war lange krank und bekam zur Stärkung das Walöl verabreicht bis sie wieder genesen war. Und heute ist die wieder fit wie ein Turnschuh.

Mutter Maus machte Gerda noch eine hübsche Kette um und machte sich nichts weiter aus dem Gemaule der Mausetochter, schnappte sie an dem einen Pfötchen und los ging’s zu Großmutter Eule.

˜ Ende ™

Adventskalender – No.24
Morgen mit den magischen Wörtern:

Schnee, Schlitten, Schnecke, Schraube, Monster

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HOCH

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