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Kalenderblatt – No.24

Adventskalender

˜ magische Wörter: Schnee, Schlitten, Schnecke, Schraube, Monster

Es war einmal an einem schönen Wintertag. Die kleine Schnecke saß in ihrem Haus, schön eingekuschelt, trank ihren warmen Kakao und schaute durch das Fenster, wie die flauschigen Schneeflocken sachte zu Boden schwebten. Die dicke Schneeschicht hüllte alles in ein verträumtes, ruhiges Weiß ein.

Und weil die kleine Schnecke ihr Haus unter einem Felsvorsprung platziert hatte, wurde sie nicht wie die ganze Landschaft um sie herum, mit glitzerndem Zuckerschnee eingeschneit.

Normalerweise schlafen die Schnecken ja im Winter, doch diese hier konnte und konnte nicht schlafen, weil sie schlimme Albträume plagten. Sie träumte von Monstern, welche die Sonne stahlen und von Ungeheuern, die den Mond fraßen. So wurde es auf der Erde stockdunkel und die kleine Schnecke fürchtete sich im Dunkeln.

Wie gesagt, sie wachte auf und machte sich einen schönen warmen Kakao. Um sich zu beruhigen, machte sie noch einen kräftigen Schuss Honig und Kurkuma hinein, sodass der Kakao eine schöne sandbraune Karamellfarbe bekam.

Eine unerwartete Sehnsucht erfüllte da plötzlich die kleine Schnecke. Sie wollte diese Zauberlandschaft erkunden und näher kennenlernen. Sie ging also zur Tür und streckte den Fuß gaaanz weit raus. Brr, das ist aber kalt, erschrak sich die kleine Schnecke. Sie zog sich zurück und suchte in ihrem Schrank nach warmer Kleidung. Tatsächlich fand sie ganz unten im Schrank verkramt einen dicken Schal und eine Mütze. So wird’s schon gehen, dachte sie bei sich.

Gut eingepackt ging die Schnecke nun nach draußen. Da der Felsvorsprung ein wenig erhöht lag, fiel ein kleiner Hang von der Höhle bis zu einer kleinen Hecke ab. Inzwischen hat es aufgehört zu schneien und die Sonne glitzerte in den Schneekristallen, wie tausend kleine Diamanten. So einen kleinen Diamant wollte sich die Schnecke in ihr Haus holen, damit sie daran erinnert wurde, dass die Sonne nicht gestohlen wurde. Sie riss ein paar alte Grashalme ab, die in ihre kleine Höhle ragten und baute sich einen kleinen Schlitten.

„Huiiiii!“, machte die kleine Schnecke, als es Hangab ging. Das war lustig. Ein Häschen schaute erschrocken hoch. „Was war denn das?“, wundert es sich, als ein zarter Windhauch an der Nase des Häschens vorbeiglitt.

Doch auf dem Weg nach unten war ein großer Stein eingeschneit, an dem der Schlitten hängen blieb und die Schnecke mit einer perfekten Schraube über die kleine Hecke flog und im tiefen Schnee landete. 10 Punkte hätte ein Punktrichter ihr gegeben dafür.

Ganz benommen noch, schaute sich die kleine Schnecke um und sah nur … weiß. Von oben leuchte ein warmer Sonnenstrahl die Ränder des Kraters an, aber sonst …

Die kleine Schnecke war ganz verzweifelt, denn sie wusste ja nun nicht, wie sie wieder heimkommen sollte. Oh, ich kleiner Trottel, was hab ich mir nur dabei gedacht, die Sonne einzufangen. Wie komm ich denn nun wieder heim? „Hilfe! Hiiiiiilfe!“, fiepte die kleine Schnecke aus Leibeskräften. Keiner hörte ihr rufen.

Plötzlich wurde es dunkel in ihrem Schneeloch. Erschrocken schaute sie nach oben. Das Häschen, an dem sie vorhin vorbeigezischt war, schaute neugierig in das kleine Loch, wo die Schnecke gelandet war.

„Was machst du denn da?“, fragte es neugierig.

„Ich wollte die Sonne einfangen und hab sie hier nicht gefunden. Nun finde ich nicht mehr heim, kannst du mir helfen? Mir ist so kalt.“

„Du bist doch eine Schnecke, was machst du denn im Winter hier draußen?“ Das Häschen fing schon an zu buddeln, um besser an die Schnecke heranzukommen. „Und die Sonne einfangen, wie hast du dir das denn vorgestellt?“

„Na ja, das hat hier so schön geglitzert, ich glaubte, es sind kleine Sonnen, die man sich in die Wohnung holen kann“, sagte die Schnecke naiv.

„Ach, du Dummerchen, weißt du denn nicht, dass Schnee im Warmen schmilzt?“, lachte das Häschen.

Die kleine Schnecke ist irritiert. „Schnee, was ist das?“

„Na, das ist das Zeug, in dem du gerade sitzt“, erklärt schulmeisterlich das Häschen und buddelte weiter.

„Ach, so, also in der Patsche sitzen, ist das gleiche wie Schnee“, ist die Schnecke jetzt überzeugt.

Das Haschen musste innehalten vor Lachen. „Ja du bist ja ein lustiger Geselle. Gleich hab ich dich, dann bringe ich dich heim. Und du sitzt tatsächlich ganz schön in der Patsche. Aber Schnee ist etwas anderes. Schnee ist das kalte, weiße Zeug, welches die Sonne so schön einfängt. Der fällt im Winter vom Himmel, wenn es kalt wird.“

Das Häschen war fertig mit Buddeln und lud die kleine Schnecke auf seinen Rücken. „Gut festhalten“, rief es und hoppelte los.

Kurze Zeit später saß die kleine Schnecke wieder unter ihrem Felsvorsprung und schüttelte sich die restlichen Schneeflocken aus Mütze und Schal.

„Ich frage mich, woher du Mütze und Schal herhast, wenn du den Schnee noch nie vorher gesehen hast“, war das Häschen verwundert.

„Die Sachen hat mir meine Oma da gelassen, als es einmal im Mai ganz kalt wurde, damit ich mich nicht erkälte. Die gute, denkt aber auch an alles“, sprach die kleine Schnecke versonnen und gähnte ganz verstohlen.

„Möchtest du noch auf eine Tasse Kakao hereinkommen? Der ist so lecker und wärmt uns beide sicher auf“, bat die Schnecke höflich.

„Ach Schnecke, schau doch mal, der Mond ist schon aufgegangen. Es ist schon spät und ich muss auch nach Hause, meine Mama wartet bestimmt schon auf mich, aber vielen Dank für die Einladung!“

Und wirklich war es schon recht dunkel geworden. Die beiden verabschiedeten sich und die kleine Schnecke trank ihren warmen Kakao alleine aus. Dabei schaut sie zum hellen Mond und dachte bei sich: Also Sonne und Mond sind noch da kein Monster hat sie gestohlen oder gefressen, welch ein Glück.

Beruhigt und müde legte sich die kleine Schnecke in ihr Bett und schlief nach ihrem aufregenden Abenteuer ein.

Bis sie im Frühling wieder erwacht, wird sicher einige Zeit verstreichen.

Dann kann die kleine Schnecke ihren Schneckenfreunden von ihrem Winterabenteuer erzählen und neue Abenteuer erleben, aber das wird dann eine neue Geschichte …

˜Ende ™

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